Prüfstäube sind Referenzmaterialien

   

Normstäube und Prüfstäube

Staub ist nicht gleich Staub! Seine chemische Zusammensetzung, die Partikelgrößenverteilung, die Morphologie, die Dichte und andere Eigenschaften von Staubpartikeln unterscheiden sich nach den staubenden Materialen, den Prozessen der Staubentstehung und den Umgebungsbedingungen, unter denen staubende Prozesse ablaufen. Mit Hilfe von Prüfstaub als Referenzmaterial wird die bei realen Anwendungen auftretende Staubbelastung von Produkten möglichst genau und umfassend im Testlabor simuliert.

Je nachdem, ob die Leistungscharakteristik eines Staubsaugerfilters oder eines Turbinenluftfilters getestet wird, oder ob die Staubbeständigkeit von technischen Komponenten geprüft werden soll, gilt immer: der verwendete Prüfstaub sollte möglichst die gleichen Merkmale aufweisen wie der Staub, mit dem der Prüfling auch bei der Anwendung konfrontiert wird. Zu den bekanntesten Prüfstäuben gehören bspw. der ASHRAE 52.2 Prüfstaub, die in der EN 779 verwendet wurde, und die Arizona Prüfstäube, die in vielen normativen Filterprüfungen eingesetzt werden.

Die DMT stellt Prüfstäube in einer Vielzahl von Spezifikationen für Filterprüfungen und Umweltsimulationen her, nach Norm (Normstäube) und nach individuellen Kundenanforderungen (Prüfstäube). Die Spezifikationen mitsamt der Qualitätskontrollen der verwendeten Rohstoffe und der daraus produzierten Prüfstäube gewähren eine hohe Qualität.  Damit wird das physikalische Verhalten, wie beispielsweise der Staubkuchenaufbau oder die Verstopfungsneigung von Prüfung zu Prüfung und von Batch zu Batch des Prüfstaubs reproduzierbar.

Prüfstäube nach internationalen Standards

Mit zunehmendem Wissen um die Gesundheitsschädlichkeit von Feinstäuben haben die Anforderungen an Luftfiltermedien und an die Prüfverfahren für Luftfilterprodukte zugenommen.

Dies spiegelt sich in der steigenden Zahl an Prüfnormen im Bereich der Luftfiltration wieder. Diese Normen bestimmen die Verfahren, mit denen die Leistungsfähigkeit von Filterprodukten bewertet wird, und die dazu einzusetzenden Materialien. Damit können in unabhängigen Laboren weltweit vergleichbare und reproduzierbare Messergebnisse erreicht werden.

Maschinen, elektronische oder optische Bauteile und Konsumartikel müssen entsprechend ihrer individuellen Nutzung staubdicht oder beständig gegen Stäube sein. Auch für diese Anwendungen existiert eine breite Vielfalt an Prüfnormen.

Prüfstäube mit genau definierten Eigenschaften spielen dabei eine entscheidende Rolle zur Erzielung von reproduzierbaren Messergebnissen. Wir liefern Ihnen das Referenzmaterial dazu.

Qualifizierte Herstellung

Je genauer ein Prüfstaub spezifiziert ist, desto reproduzierbarer und vergleichbarer sind Messergebnisse. Gerade die Filterprüfung erfordert die Einhaltung enger   Toleranzen für die Zusammensetzung und Partikelgrößenverteilung eines Staubs. Deshalb ist höchste Sorgfalt geboten bei der Auswahl und Verarbeitung der Rohmaterialien.

Wichtige Komponenten von Prüfstäuben bzw. Prüfstaubgemischen zur Filterprüfung sind Mineralien wie Quarz, Aluminiumoxid oder Kalziumoxid, Salze und organische Fasern wie Baumwolle oder Zellulose.

Bei mineralischen Materialien wird die Partikelgrößenverteilung durch Mahl- und Fraktionierverfahren eingestellt. Faserförmige Materialien werden auf die erforderliche Länge zugeschnitten. Umfangreiche interne und externe Qualitätskontrollen an Rohmaterialien, Zwischen- und Endprodukten begleiten den Herstellungsprozess. Am Ende stehen qualifizierte Produkte, mit denen man belastbare und vertrauenswürdige Prüfergebnisse erhält.

Prüfstäube nach Kundenspezifikation

Sie benötigen einen Prüfstaub mit besonderen Eigenschaften, beispielsweise besonders abrasive Partikel, besondere Größenverteilungen oder spezielle Materialien? Wir stellen Ihren Prüfstaub nach Ihrer Spezifikation her, im kleinen wie im großen Maßstab. Bitte sprechen Sie uns an.

Darüber hinaus bieten wir Ihnen an, dass Sie an unseren staubtechnischen Erfahrungen partizipieren können, in dem wir ihre Prüfungen bzw. Projekte begleiten.

Prüfstäube gemäß IEC 62885 (2016) / IEC 60312 (2010) / EN 60312 (2017)

IEC 62885 (2016): Surface cleaning appliances

IEC 60312 (2010): Vacuum cleaner for household use

DIN EN 60312 (2017): Staubsauger für den Hausgebrauch

Für die Prüfung von Geräten zur Oberflächenreinigung hat das technische IEC-Unterkomitee (IEC 59F) beschlossen, eine Sammlung von Prüfungen, Prüfgeräten und Prüfmaterialien (bspw. Prüfstäube) zu erstellen. Deshalb werden bestehende Normen und Anhänge wie die IEC 60312 (2010) in die IEC 62885 (2016) integriert. Die Norm DIN EN 60312 (2017) auf europäische und deutscher Ebene bleibt weiterhin erhalten. Trotz der Änderung der Struktur ist die Nummerierung der Kapitel in allen o.g. Normen weitestgehend gleichgeblieben, wodurch die Inhalte leichter wiederzufinden sind.

Die DMT GmbH & Co. KG, Abteilung Produktprüfung Luftqualität, Bereich Prüfstäube ist ein aktives Mitglied verschiedener Arbeitsgruppen des IEC-Unterkomitees 59F und Gast bei der DKE/UK 513.7 und wirkt als Prüfmittel- bzw. Prüfstaubhersteller bei der Entwicklung von technischen Spezifikationen mit.

Folgende Prüfstäube dieser Normen werden von der DMT GmbH & Co. KG hergestellt und vertrieben:

DMT Dolomit Sand gem. IEC 62885 / IEC 60312 / DIN EN 60312 7.2.2.1
DMT Teppichsand gem. IEC 62885 / IEC 60312 / DIN EN 60312 7.2.2.2
DMT Prüfstaub Typ 8 gem. IEC 62885 / IEC 60312 / DIN EN 60312 7.2.2.3
DMT Mineralsand Typ 3 gem. IEC 62885 / IEC 60312 / DIN EN 60312 7.2.2.4
DMT Emissionsprüfstaub gem. IEC 62885 / IEC 60312 / DIN EN 60312 7.2.2.5
DMT Cellulose Pulver gem. IEC 62885 / IEC 60312 / DIN EN 60312 7.2.2.6
DMT Kunststoffgranulate gem. IEC 62885 / IEC 60312 / DIN EN 60312 7.2.5

Arizona Prüfstäube gemäß ISO 12103-1

ISO 12103-1 (2010): Road vehicles - Test contaminants for filter evaluation

Zu den ältesten Prüfstäuben gehören die Arizona Prüfstäube, die in der Norm ISO 12103-1 definiert sind. In dieser werden sowohl die Partikelgrößenverteilung als auch die chemische Zusammensetzung festgelegt.

Folgende Prüfstäube werden von der DMT GmbH & Co. KG hergestellt und vertrieben:

DMT Arizona Prüfstaub A1 ultrafein epsd gem. ISO 12103-1
DMT Arizona Prüfstaub A2 fein gem. epsd ISO 12103-1
DMT Arizona Prüfstaub A3 medium epsd gem. ISO 12103-1
DMT Arizona Prüfstaub A4 grob epsd gem. ISO 12103-1

Die DMT Arizona Prüfstäube entsprechen der vorgegebenen Partikelgrößenverteilung der Norm ISO 12103-1, jedoch bestehen diese zu 98 % aus Quarz, wodurch die Prüfstäube eine zusätzliche Kennung „epsd“ erhalten. „epsd“ steht für „equivalent particle size distribution“, deutsch „äquivalente Partikelgrößenverteilung“.

Prüfstäube gemäß IEC 60068-2-68

IEC 60068-2-68: Environmental testing Part 2-68: Test - Test L: Dust and Sand

Diese Norm spezifiziert Prüfmethoden und Prüfstäube, um den Einfluss von Sand und Staub auf elektrotechnische Produkte zu ermitteln.

Folgende der in der Norm beschriebenen Prüfstäube sind bei der DMT GmbH & Co. KG erhältlich:

Talkum < 75 µm, Test La
Quarzstaub < 75 µm, Test Lb
Quarzsand < 150 µm, Test Lc1 and Lc2
Quarzsand < 850 µm, Test Lc1 and Lc2

weitere Normstäube

ARAMCO 32-SAMSS 008: Aramco Prüfstaub

DIN EN 60335-2-69: Mineral dust gem. Anhang AA

ASTM F 608 A1: Mineralstaub Talcum

ECE R45: Prüfschmutz gem. Anhang 4 2.1.1.
ECE R45: Prüfschmutz gem. Anhang 4 2.1.2. 

CEN ISO 679: Quarzstaub

DIN 196: Quarzstaub

ISO 11057, VDI 3926-1, ASTM D6830: Pural NF

DIN EN 779: ASHRAE Standard 52.2