Schienenfahrzeuge

Laboratory approved by Railway Certification

In unserer von der DAkkS akkreditierten Prüfstelle für Schienenfahrzeuge führen wir alle Prüfungen nach der DIN EN 45545 und DIN 5510-2 für Sie durch.

Das Brandverhalten von Materialien und Bauteilen ist abhängig von deren inhärenten (darin enthaltenen) Eigenschaften, jedoch auch vom Einsatzbereich der Materialien oder der Bauteile innerhalb der Konstruktion; der Form und der Anordnung des Materials; der direkten exponierten Fläche und der relativen Masse und Dicke des Materials.´

Auf dieser Basis wurden die gelisteten Produkte klassifiziert und weiterhin in Untergruppen wie folgt differenziert:

  • Ist in öffentlich zugänglichen oder nicht zugänglichen Bereichen angeordnet (Zugführer, usw.)
  • Hinsichtlich ihres allgemeinen Einsatzbereichs (innerhalb oder außerhalb);
  • Hinsichtlich ihres speziellen Einsatzes (Möbel, elektrotechnische Einrichtungen, mechanische Einrichtungen).

Die Betriebs- und Bauartklassen nach DIN EN 45545-1 werden verwendet, um die Gefährdungsstufen (HL=Hazard Level) zu ermitteln, nach denen sich die Anforderungen des Klassifizierungssystems orientieren.


Weitere brandtechnischen Prüfungen wie zum Beispiel sind zum Beispiel:

  • Prüfung von Wagenübergängen / -enden auf Feuerwiderstand (UIC 564, Teil 2, 1994-07)
  • Prüfung von Materialien gemäß Merkblatt UIC 564-2
  • Durchführung von Brandschachtprüfungen nach DIN 4102-1, DIN 4102-15, DIN 4102-16
  • Prüfung der Entzündbarkeit von Polstermöbeln nach DIN EN 1021 -1 (Glimmende Zigarette)
  • Prüfung der Entzündbarkeit von Polstermöbeln nach DIN EN 1021 -2 (Streichholz vergleichbare Gasflamme)
  • Prüfungen der Entzündbarkeit von Matratzen und gepolsterten Bettböden (Glimmende Zigarette) nach EN 597-1
  • Prüfungen der Entzündbarkeit von Matratzen und gepolsterten Bettböden (Streichholz vergleichbare Gasflamme) nach EN 597-2
  • Feuerwiderstandsprüfungen nach EN 1363-1
  • Prüfungen zum Brandverhalten, von Bauprodukten nach DIN EN ISO 11925-2
  • Prüfungen zum Brandverhalten von Werkstoffen und Bauteile (Sitzprüfung) nach CEN TS 45545-2 Anhang C
  • Prüfungen zum Brandverhalten von nichtmetallischen Werkstoffen; Bestimmung der Rauchgasdichte nach DIN EN 2824
  • Prüfungen zum Brandverhalten von nichtmetallischen Werkstoffen; Bestimmung der Rauchgaskomponenten nach DIN EN 2826
  • Prüfung der Rauchentwicklung von Kunststoffen nach DIN EN ISO 5659-2
  • Bestimmung des Brennverhalten durch den Sauerstoff-Index nach DIN EN ISO 4589-2

Prüfung nach DIN EN 45545

Die europäische Norm EN 45545 gliedert sich in 7 Teile.

Teil 1 (EN 45545)

enthält die grundsätzlichen Definitionen und die Allgemeinen Regeln wie Schienenfahrzeuge in Betriebsarten- und Konstuktionsarten eingeteilt werden, sowie brandschutztechnische Schutzziele.

Betriebsklasse 1: Fahrzeuge die durch Konstruktion nicht für unterirdische Abschnitte (Tunnel) oder Erhöhungen geeignet sind
Betriebsklasse 2: Fahrzeuge die durch Konstruktion für unterirdische Abschnitte (Tunnel) oder Erhöhungen geeignet sind, die Notfallstationen oder Bahnhöfe müssen in kurzer Fahrzeit erreichbar sein.
Betriebsklasse 3: Fahrzeuge die durch Konstruktion für unterirdische Abschnitte (Tunnel) oder Erhöhungen geeignet sind, die Notfallstationen oder Bahnhöfe müssen in längerer Fahrzeit erreichbar sein.
Betriebsklasse 4: Fahrzeuge die durch Konstruktion für unterirdische Abschnitte (Tunnel) oder Erhöhungen geeignet sind, ohne die Möglichkeit zur Evakuierung.

Schienenfahrzeuge werden neben den Betriebsklassen noch zusätzlich in Bauartklassen unterteilt:

  • Fahrzeuge (Abk. „A“) Fahrzeuge für Teile eines automatischen Fahrbetriebs und kein Personal für Notfälle an Bord haben.
  • Doppelstockfahrzeuge (Abk. „D“)
  • Schlafwagen (Abk. „S“)
  • Standardfahrzeuge (Abk. „N“) für alle anderen Fahrzeuge

Güterwagen sind von der Norm ausgenommen. Diese werden aber in der TSI behandelt und müssen nun ebenfalls die Brandschutzanforderungen der EN 45545-2 erfüllen.

Teil 2 (EN 45545-2)

Brandschutzprüfungen nach DIN EN 45545-2 (CEN TS 45545 Teil 2)

Dieser Teil legt die Prüfverfahren für Versuchsbedingungen und Anforderungen an das Brandverhalten jeder Gefährdungsstufe fest. Die Anforderungen werden momentan in 26 Stufen vorgegeben (R1-R26).

Die erforderlichen Prüfverfahren sind zum Beispiel:

  • Prüfungen der seitlichen Flammenausbreitung „Spread of flame“ an vertikalen Probekörpern nach EN ISO 5658-2
  • Bestimmung der optischen Dichte (Rauchdichte) durch Einkammerprüfung nach EN ISO 5659-2
  • Bestimmung der Wärmefreisetzungsrate (MAHRE-Wert) „Heat release and mass loss rate“ im Cone Calorimeter nach ISO 5660-1
  • Prüfungen zum Brandverhalten von Bodenbeläge nach EN ISO 9239-1
  • Für elektrotechnische Ausrüstungen der Sauerstoffindex nach EN ISO 4589-2
  • Nachweis der Rauchgastoxizität nach NF X70-100 Teil 1 und 2
  • Nachweis der Rauchgastoxizität nach Anhang C in der Prüfkammer nach EN ISO 5659-2 mittels FTIR-Spektrometer
  • Für Kleinteile und bei brennendem abtropfen u.a. den Nachweis nach EN ISO 11925-2
  • Für Textilien und Bettzeug wird das allgemeine Prüfverfahren EN ISO 12952-3 und EN ISO 12952-4 für die Entzündbarkeit durch eine kleine offene Flamme gefordert.

An A1 klassifizierte Produkte nach EN 13501-1 und an alle in der Richtlinie 96/603/EG beschriebenen Produkte, ausgenommen Verbundglas gelten entsprechend der Definition die höchsten Anforderungen an das Brandverhalten als erfüllt. Es sind daher keine weiteren Prüfungen erforderlich.

Teil 3 (EN 45545-3)

Der Teil 3 (EN 45545-3) beschreibt Maßnahmen und Verfahren zur Prüfung des Feuerwiderstands von Feuerschutzabschlüssen.
Die in diesem Teil festgelegten Maßnahmen und Anforderungen haben zum Ziel, Fahrgäste und Personal in Schienenfahrzeugen im Falle eines Brandes an Bord zu schützen.
Diese Prüfungen werden in unserem Brandhaus in Lathen (Emsland) durchgeführt:

  • EN 1363-1: 1999, Feuerwiderstandsprüfungen – Teil 1: Allgemeine Anforderungen
  • EN 1363-2:1999, Feuerwiderstandsprüfungen – Teil 2: Alternative und ergänzende Verfahren
  • EN 1364-1:1999, Feuerwiderstandsprüfungen für nichttragende Bauteile – Teil 1: Wände
  • EN 1364-2: Feuerwiderstandsprüfungen für nichttragende Bauteile – Teil 2: Unterdecken
  • EN 1634-1, Feuerwiderstandsprüfungen und Rauchschutzprüfungen für Türen, Tore, Abschlüsse, Fenster und Baubeschläge – Teil 1: Feuerwiderstandsprüfungen für Türen, Tore, Abschlüsse und Fenster
  • EN 13501-1: 2010 Klassifizierung von Bauprodukten und Bauarten zu ihrem Brandverhalten – Teil 1: Klassifizierung mit den Ergebnissen aus den Prüfungen zum Brandverhalten von Bauprodukten;
  • EN 13501-2, Klassifizierung von Bauprodukten und Bauarten zu ihrem Brandverhalten – Teil 2: Klassifizierung mit den Ergebnissen aus den Feuerwiderstandsprüfungen, mit Ausnahme von Lüftungsanlagen
  • EN 45545-5, Bahnanwendungen – Brandschutz von Schienenfahrzeugen – Teil 5: Brandschutzanforderungen an die elektrische Ausrüstung einschließlich der von Oberleitungsbussen, spurgeführten Bussen und Magnetschwebefahrzeugen

Feuerschutzabschlüsse können unterschiedliche Ausführungen haben.

Die niedrigste Ausführung ist „E“ = Raumabschluss das heißt, kein Flammendurchgang auf die flammenabgewandten Seite und kein Aufgehen von Spalten.
Die nächste geforderte Ausführungsstufe wäre „EW“ = Raumabschluss und Strahlungsabgabe das heißt, wie das Prüfkriterium „E“, hier wird zusätzlich die Wärmestrahlung durch den Probekörper registriert.
Die höchste Stufe ist „EI“ = Raumabschluss- und Wärme- Dämmanforderungen das heißt, Anforderungen wie beim Prüfkriterium „E“, und zusätzlich werden die Temperaturen auf der flammenabgewandten des Probeköpers registriert.

Teil 4 (EN 45545-4)

Der Teil 4 (EN 45545-4) enthält Brandschutzanforderungen an die konstruktive Gestaltung von Schienenfahrzeugen.

Teil 5 (EN 45545-5)

Im Teil 5 (EN 45545-5) werden die Brandschutzanforderungen an die elektrische Ausrüstung einschließlich der von Oberleitungsbussen, spurgeführten Bussen und Magnetschwebefahrzeugen aufgeführt.

Teil 6 (EN 45545-6)

Im Teil 6 (EN 45545-6) sind die Brandmelde- und Brandbekämpfungseinrichtungen und begleitende Brandschutzmaßnahmen beschrieben.

Teil 7 (EN 45545-7)

Im Teil 7 (EN 45545-7) werden die Brandschutzanforderungen an Anlagen für brennbare Flüssigkeiten und Gase behandelt.


Prüfung nach DIN 5510-2

Klasse S1-S5; SR1-SR2; ST1-ST2

Diese Norm gilt für Schienenfahrzeuge, die unter den Geltungsbereich der Eisenbahn Bau- und Betriebsordnung (EBO), der Eisenbahn Bau- und Betriebsordnung für Schmalspurbahnen (ESBO), der Magnetschwebebahn- Bau- und Betriebsordnung (MbBO) und der Verordnung über den Bau und Betrieb der Straßenbahnen (BOStrab) fallen. Sie hat den Zweck, eine Klassifizierung des Brennverhaltens und der Brandnebenerscheinungen, die hierfür erforderlichen Prüfverfahren, die aus Gründen des vorbeugenden Brandschutzes erforderlichen Anforderungen an das Brennverhalten und an die Brandnebenerscheinungen der beim Bau der Fahrzeuge verwendeten Werkstoffe und Bauteile festzulegen.
Der Zweck der Prüfung nach DIN 5510-2:2009-05 in Verbindung mit DIN 53438 (S1) und DIN 54837 ist die Ermittlung des Brennverhaltens von Werkstoffen in Schienenfahrzeugen bei Beflammung mit einem Gasbrenner für ihre Klassifizierung nach Brennbarkeit, Rauchbildung und Tropfverhalten.
In der DIN 53438 bzw. DIN 54837 ist das Prüfverfahren beschrieben, die DIN 5510-2 enthält die Anforderungen, Prüfverfahren und Klassifizierungen.

S1

Für die Brennbarkeitsklasse S1 erfolgt die Prüfung nach DIN 53438-1 bis DIN 53438-3. Es werden mindestens 5 Proben als Kleinteil (siehe DIN 5510-2 Absatz 5.3 b) oder alternativ nach DIN 53438-1 bis DIN 53438-3 benötigt. Die Beflammung erfolgt in Einbaulage, wobei die im Einbauzustand des Kleinteils kritischste Beflammungsanordnung ausgewählt wird: Eine Flächenbeflammung, sofern die Kanten der Kleinteile im Einbauzustand abgedeckt sind bzw. eine Kantenbeflammung, sofern die Kanten der Kleinteile im Einbauzustand nicht abgedeckt sind. Zum Bestehen dieser Prüfung dürfen die am Kleinteil entstehenden Flammenspitzen eine Höhe von 15 cm, gemessen ab dem Auftreffpunkt der Brennerflamme, nicht übersteigen.

DIN 5510 - 2

Prüfung von Bahnsitzen nach DIN 5510 - 2 und der TL der Deutschen Bahn AG und UIC 564-2

Die folgenden Anforderungen sind für den Eignungsnachweis bei der Prüfung nach 4.2.5.3 zu erfüllen: Die maximale Flammenhöhe über der höchsten Stelle der Sitzoberfläche darf 100 cm nicht überschreiten. Bei keinem der Sitze dürfen die Seitenkanten von der Flammenfront erreicht werden. Die Flammen müssen spätestens nach der 15. Versuchsminute erloschen sein. Für die Brandschutzstufen 2 bis 4 darf kein Einzelwert der gesamten Rauchentwicklung TSP einen Wert von 60 m² überschreiten. Weitere ergänzende Anforderungen entnehmen Sie bitte dem aktuellen Stand der Norm.

S2 - S5

Für die Brennbarkeitsklasse S2 bis S5 erfolgt die Prüfung nach DIN 54837. Es werden ebenfalls mindestens 5 Proben mit den Maße 190 mm × 500 mm × Erzeugnisdicke benötigt. Bauteile wie Kopfstützen, Klapptische, Armlehnen, Abdeckungen usw., die aufgrund ihrer Gestaltung oder Abmessungen die Entnahme von Probekörpern mit den Maßen 190 mm × 500 mm nicht zulassen, sind in Originalgröße oder in Form geeigneter Bauteilabschnitte zu prüfen. Ist an solchen Teilen keine Bewertung des geforderten Brandverhaltens möglich, kann die Prüfung an flächigen Modellen mit den Maßen 190 mm × 500 mm vorgenommen werden. Aus profilförmigen Bauteilen, wie Fenster- und Türdichtungen, Streben, Schläuche, Abdeckleisten, Rohre, usw. sind 500 mm lange Abschnitte zu entnehmen (oder nach Tabelle 5 der DIN 5510-2)

Prüfung der Rauchgastoxizität in der Prüfkammer nach DIN EN ISO 5659-2 (DIN 5510-2:2009-05)

Zusätzliche Anforderungen in der DIN 5510-2

Die Rauchgastoxizität wird nach den Anhängen C und D der DIN 5510-2 (Mai. 2009) für Fahrzeuge der Brandschutzstufe 2 bis 4 geprüft. Die Prüfung erfolgt an 3 Probekörpern, die jeweils eine quadratische Grundfläche mit einer Seitenlänge von 75 mm besitzen. Die Prüfkörper sollen die Endanwendung repräsentieren. Die Dicke der Probekörper darf jedoch nicht größer als 25 mm sein. Dickere Aufbauten werden an der nicht zu beanspruchenden Seite auf eine resultierende Gesamtdicke von 25 mm zugeschnitten. Die Probekörper werden in horizontaler Anordnung mit einer Bestrahlungsstärke von 25 kW/m² thermisch beansprucht. Die freigesetzten Rauchgase werden gesammelt und die Toxizitätsanalyse erfolgt punktuell nach 4 und 8 Min. Prüfdauer.
Die Beurteilung der Rauchgastoxizität erfolgt dann auf der Basis der fraktionellen effektiven Dosis. Hierbei wird ein Referenzvolumen des Fahrzeuges von 150 m³ zu Grunde gelegt.
Fahrzeugteile erfüllen die Anforderungen der jeweiligen Brandschutzstufen, wenn FED(tzul) = 1 beträgt.

Grundsätzlich ist der brandschutztechnische Eignungsnachweis durch Prüfungen an Originalsitzen mit Rückenlehne und allen Originalanbauteilen zu erbringen Der Zweck der Prüfung nach DIN 5510-2 ist die Ermittlung des Zünd- und Brennverhaltens von Sitzen und Sitzbänken in Schienenfahrzeugen bei Einwirkung eines brennenden Papierkissens.