Öle, Fette, Kraftstoffe – alles gut im Fluss

Auf 35 Milliarden Euro im Jahr werden die unnötigen Verluste durch Korrosion und Verschleiss allein in Deutschland geschätzt. Wir helfen dabei, Material und Kosten zu sparen. Unsere Beratung in diesem Bereich geht weit über das übliche Prüfspektrum hinaus. Ob im Maschinenbau, Kraftwerkstechnik, Stahlindustrie, Bergbau und Lebensmittelindustrie – die Tribotechnik wird für viele Industriezweige immer wichtiger.

Durch den Einsatz optimierter Schmiermittel können die immensen Verluste reduziert oder ganz vermieden werden. Zugleich wird die Betriebssicherheit von Maschinen und Anlagen erhöht, was wiederum die Produktionskosten senkt.

TÜV NORD Prüfsiegel

Unsere Experten führen chemische, physikalische und technologische Untersuchungen und Beurteilungen von Schmierstoffen, Druckflüssigkeiten sowie flüssigen Brennstoffen durch. Außerdem bieten wir Verträglichkeitsprüfungen von Flüssigkeiten mit Standardelastomeren bzw. Kundendichtungen sowie Korrosionsprüfungen mit unterschiedlichen metallischen Werkstoffen an. Wenn Sie ihre Produkte regelmäßig auf gleichmäßige Produktqualität kontrollieren lassen, vergeben wir das TÜV NORD Prüfsiegel, welches dann auf den Erzeugnissen geführt werden darf.

Unsere Leistungen im Überblick

Prüfung Brennstoffe

  • Heizöl EL nach DIN 51603-1
  • Heizöl S nach DIN 51603-3
  • Heizöl SA nach DIN 51603-5

Prüfung Schmierstoffe

  • Druckflüssigkeiten auf Mineralölbasis nach DIN 51524-T1 bis T3
  • Biologisch abbaubare Druckflüssigkeiten nach DIN ISO 15380
  • Schwerentflammbare Druckflüssigkeiten nach 7. Luxemburger Bericht, DIN EN ISO 12922, DIN 24320
  • Turbinenöle nach DIN 51515-T1 bis T2
  • Verdichteröle nach DIN 51506
  • Wärmeträgeröle nach DIN 51522
  • Schmieröle für Umlauf- und Tauchschmierung (Getriebeöle) nach DIN 51517-T1 bis T3
  • Fette entsprechend unterschiedlicher DIN-Normen (auf Anfrage)

Tribotechnik Prüfstände Verschleißprüfungen

  • Prüfung im Vierkugel-Apparat nach DIN 51350 / DIN EN ISO 20623
  • Mechanische Prüfung in der Flügelzellenpumpe nach DIN 51389 / DIN ISO 20763
  • Mechanische Prüfung in der FZG-Zahnrad-Verspannungs-Prüfmaschine nach DIN ISO 14635 (Verfahren A/8,3/90 und A/16,6/90)

Fettprüfungen

  • Walkpenetration nach DIN ISO 2137 – Schmierstoffkneter, ausgelegt für eine verlängerte Walkung (hohe Doppeltakte)
  • Mechanische Prüfung in der modifizierten FZG-Zahnrad-Verspannungs-Prüfmaschine nach DIN ISO 14635-3 FZG Prüfverfahren A/2,8/50 für Fette entsprechend den NLGI-Klassen 0 bis 000

Sonderuntersuchungen

  • Verträglichkeitsprüfungen von Druckflüssigkeiten gegenüber Standard-Prüfelastomere bei unterschiedlichen Temperaturen und Laufzeiten z.B. NBR 1, EPDM 1, FPM 1 (ISO 6072)- Volumen- und Härteänderung
  • Verträglichkeitsprüfungen gegenüber handelsüblichen Dichtungen (Gebrauchselastomere), bei unterschiedlichen Temperaturen und Laufzeiten, Volumen- und Härteänderung
  • Korrosionsprüfungen von Flüssigkeiten gegenüber verschiedenen metallischen Werkstoffen (DIN ISO 7120 / ASTM D 665, DIN EN ISO 4404 T. 1 + 2
  • Sprühstahlzündprüfung an Hydraulikflüssigkeiten nach dem 7. Luxemburger Bericht, Abschnitt 3.2

Brandrisiko

Auch die Verwendung von schwerentflammbaren Hydraulikflüssigkeiten fällt hierunter. Die Prüfung und Beurteilung dieser Materialeigenschaften ist in Deutschland und Europa normiert. Weiterhin gibt es internationale Regelwerke, die entsprechende Prüfverfahren und die Bewertung der Ergebnisse beschreiben. Nachfolgend werden verschiedene Klassifizierungs- und Prüfnormen für Hydraulikflüssigkeiten beschrieben und erläutert.

DIN EN ISO 12922

Schwerentflammbare Hydraulikflüssigkeiten, Schmierstoffe und Industrieöle – internationale und nationale Forderungen

Anforderungen an Druckflüssigkeiten in den Kategorien HFAE, HFAS, HFB, HFC, HFDR und HFDU – DIN EN ISO 12922, DGUV Regel 113-020 und Stahl-Eisen-Betriebsblätter (SEB)


Im internationalen Bereich werden in der DIN EN ISO 12922 („Anforderungen an Druckflüssigkeiten“) verschiedene Arten von Hydraulikflüssigkeiten beschrieben. Diese werden entweder aufgrund ihres Wasseranteils in Kategorien HFAE, HFAS und HFB bzw. aufgrund ihrer synthetischen Zusammensetzung in HFC, HFDR, HFDU unterschieden. Jedem der genannten Flüssigkeitstypen werden – nebst mechanischen Eigenschaften – ein bestimmter Grad an Schwerentflammbarkeit vorgeschrieben. Dieses Maß wird durch vier verschiedene Prüfmethoden bestimmt, die nachfolgend beschrieben werden.
Darüber hinaus fordert im nationalen Bereich die DGUV Regel 113-020 („Hydraulik-Schlauchleitungen und Hydraulik-Flüssigkeiten – Regeln für den sicheren Einsatz“) unter Verweis auf die DIN EN ISO 12922 die Verwendung von schwerentflammbaren Flüssigkeiten für die Anwendungsbereiche Bergbau, Metall-Druckgießanlagen und Stahlindustrie. Letztere beschreibt in ihren sog. SEB eigene Anforderungen an schwerentflammbare Druckflüssigkeiten des Typs HFDU für Hydrauliksysteme mit und ohne möglicher Fremdwasserbelastung (SEB 181 223 und SEB 181 224).
Weiterhin beschreibt das VDMA Einheitsblatt 24317 die technischen Mindestanforderungen an schwerentflammbare Druckflüssigkeiten einschließlich der anzuwendenden Prüfverfahren unter Verweis auf DIN EN ISO 12922.

DIN EN ISO 20823

Bestimmung der Entflammbarkeits-Charakteristik von Flüssigkeiten bei Kontakt mit heißen Oberflächen

Die Neigung einer Flüssigkeit, sich selbst auf einer heißen Oberfläche zu entzünden wird nach DIN EN ISO 20823 ermittelt. Hierbei wird eine kleine Menge des Hydrauliköls auf eine vorgeheizte Oberfläche getropft (die Temperatur wird je nach o. g. Typ voreingestellt, z. B. 400°C für HFDU Flüssigkeiten) und anschließend der Effekt beurteilt. Entweder entflammt die Flüssigkeit gar nicht, brennt nur auf der heißen Oberfläche oder brennt und tropft brennend in die Auffangschale ab. Ein Nicht-Brennen kann gemäß der Normvorgaben als „bestanden“ gewertet werden.

DIN EN ISO 14935

Bestimmung der Nachbrennzeit schwer entflammbarer Flüssigkeiten an einem Docht

Bei der Prüfung nach DIN EN ISO 14935 wird eine kleine, rechteckige Aluminiumsilicatplatte in die Flüssigkeit eingetaucht und als Docht verwendet. Eine Flamme, die nicht größer ist als die eines Feuerzeugs, wird für eine vorgegebene Zeit an den „Docht“ gehalten und das Brandverhalten bewertet: brennt der Docht eigenständig weiter und wenn ja, wie lange. Die Beflammungszeiten werden von 2 s sukzessiv auf 30 s gesteigert.

DIN EN ISO 15029

Bestimmung der Zündeigenschaften von Sprühstrahlen schwer entflammbarer Flüssigkeiten

Ein weiteres Verfahren, um die Schwerentflammbarkeit von Hydraulikflüssigkeiten nachzuweisen, sind die Sprühstrahlzündprüfungen nach DIN EN ISO 15029, Teile 1 und 2. Hier wird die Flüssigkeit unter hohem Druck aus einer Düse versprüht und für Teil 1 einer Schweißbrennerflamme bzw. für Teil 2 einer stabilisierten Propanflamme ausgesetzt. Zu bewertende Faktoren sind für den Teil 1 die Nachbrennzeit der Flamme, für Teil 2 werden Entflammbarkeits- und Flammenlängenindex sowie die Rauchdichte bestimmt. Unter Entflammbarkeitsindex ist ein definiertes Verhältnis der Zu- bzw. Ablufttemperaturen mit und ohne Sprühstrahl zu verstehen. Der Flammenlängenindex ist ebenfalls eine Verhältnisangabe, in die die Länge der Flamme einfließt. Die Rauchdichte beschreibt die Intensität des durch die Beflammung entstehenden Brandrauchs.